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Blickrichtungen - Schau/Tafeln (1999)
Gerold Tusch Mag.
Landeskrankenhaus Salzburg, Augenabteilung
Stiegenhaus West: Nordwand; Stiegenhaus Ost: Südwand; 1. OG Warteraum für die Sehschule, Nordwand.
Beschreibung
Das Thema der Arbeit leitet sich zunächst aus dem Behandlungsbereich der Augenabteilung ab. Es geht um die Umsetzung des Wortes „Auge“ in ein Bild. Damit wird der Fragenkomplex rund um die Wahrnehmung in der Medizin und der Bildenden Kunst angesprochen.
Drei keramische Bildflächen (Tableaus) setzen sich aus einzelnen bedruckten und nicht bedruckten Fliesen zusammen und bilden wiederholt Augenpartien von Männern und Frauen aus diversen Gemälden der Kunstgeschichte ab, die für den Druck gerastert worden sind. Eines der Tableaus zeigt zum Beispiel immer wieder die Augenpartie der „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci in verschiedenen Größen.

Tusch isoliert die einzelnen Bildelemente, die trotzdem noch bestimmten Bildern zuordenbar bleiben. Im Mittelpunkt steht dabei die Bedeutung der Augenpartie für die Wahrnehmung und Identifikation von Personen. Die verwendeten Bildausschnitte zeigen genau das, was in der Abbildung von Gesichtern in Bildmedien mit schwarzen Balken bedeckt wird, wenn Personen unkenntlich gemacht werden sollen, denn an der Augenpartie ließe sich der oder die Betreffende schnell erkennen. Hier bleiben die zitierten Gemälde gut erkennbar, obwohl nur die Augenpartie abgebildet ist.

Die Darstellung des Blickes findet eine Reflexion im Betrachter und wird von diesem eingeordnet und gelesen. Das Bild wird zum Spiegel, der Blick im Bild zur Reflexionsebene. Die Wahrnehmung und Darstellung des Künstlers verwebt sich mit der Wahrnehmung des Betrachters.
Technik
3 Keramiktableaus zu 325 x 70 cm bzw. 300 x 70 cm. Die Größe der einzelnen Fliesen variiert. Die Fliesen wurden weiß glasiert, die Motive mit Aufglasurfarben gedruckt und in einem zweiten Brand „spülmaschinenfest“ eingeschmolzen. Die Grundfarbe der Flächen ist weiß, die Druckfarbe blau, vergleichbar den Delfter Fayencen.

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