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Toni Schmale
Zugbrücke Burg Mauterndorf (2022)
Rundweg am Burghügel - Lungau

© Foto: Kunst am Bau
© Foto: Kunst am Bau
© Foto: Kunst am Bau
© Foto: Kunst am Bau
Entwurf Toni Schmale
Entwurf Toni Schmale  © Foto: Toni Schmale

Projekt

Ein neuer Rundweg wird um die Burg Mauterndorf angelegt. Ein Angebot an Besucher und Besucherinnen, Spazierende und vorallem an die Mauterndorfer Bevölkerung.

In einem Wettbewerb wurden 6 Künstlerinnen und Künstler eingeladen eine künstlerische Intervention konkret für diesen besonderen Ort zu entwickeln. 
Die Jury mit Fachexpert*innen, Vertreter*innen der Burgverwaltung, der Marktgemeinde Mauterndorf sowie dem Architekten und dem Landschaftsplaner wählten das Konzept einer Zugbrücke von Toni Schmale aus und empfahlen dieses zur Realisierung.

Toni Schmale zum Entwurf der Zugbrücke für den Rundweg um die Burg Mauterndorf

ein Rundweg hat keinen Anfangs- oder Endpunkt.
die Burg ist ein Symbol für Macht.
die Zinnen ein Symbol für Wehrhaftigkeit.
die Zugbrücke über den Wassergraben die einzige Verbindung zur Außenwelt.

die Szene aus dem Film `Fitzcarraldo` von Werner Herzog, in der der riesige Dampfer aus dem Fluss über den Berg gezogen wird, tauchte auf, als ich am wild bewachsenen Burghügel in Mauterndorf stand, im Rücken die Taurach.
das Schiff über den Berg ziehen als eine Vision Unmögliches zu schaffen. eine Vision in die Tat umzusetzen, koste es was es wolle.

der Ort Mauterndorf musste auf der Handelsroute in den Süden, Richtung Venedig
passiert werden, eine Gütermaut wurde enthoben. um die Maut, auch Brückengeld
genannt, zu kassieren, braucht es eine künstliche Verengung, eine Sperre, einen großen Balken über die Straße, oder eine Brücke.

das Herzstück des Rundwegs um die Burg Mauterndorf ist deshalb die Zugbrücke.
es ist eine Klappbrücke nach Vorbild der Wiecker Brücke, sie öffnet sich für ein Dazwischen, für Schiffe die zu hohe Masten haben, um bei geschlossener Brücke unten hindurchzufahren.

es ist keine Zugbrücke, die sich auf eine bestimmte Seite schlägt. sie öffnet und verschließt sich zu beiden Seiten. es gibt kein Außen und kein Innen.
die klassische Zugbrücke hatte die Funktion die Burg zu verschließen, das Innen zu schützen vor dem Außen. hier wird sie zu einer Markierung, einem Verbindungs- und Trennungsstück zweier Enden oder Anfänge. einem Zeichen der Verbindung und Trennung.

 ► zum Konzept 
 ► zum Video

Künstler_in

Vergabe

Geladener Wettbewerb, 2020

Downloads und Links

Standort


Architektur

Im Jahr 1002 wurde erstmals eine Mautstelle im Bereich der Burg urkundlich erwähnt. Der Weg über den Radstädter Tauern war eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Venedig und den Regionen nördlich der Alpen. Der Ort Mauterndorf erhielt durch die Mautstelle seinen Namen und gewann an Bedeutung als Zentrum des Handels in der Region. Ende des 13. Jahrhunderts errichtete das Salzburger Domkapitel die Burg Mauterndorf und baute sie in den folgenden Jahrhunderten graduell als Verwaltungszentrum seiner Besitzungen im Lungau aus. Heute ist die Burg Mauterndorf ein wichtiges touristisches Ziel und kulturelles Zentrum im Lungau. Laufend wird das Angebot der Burg für die Besucher*innen ausgebaut. Durch die Anlage eines Rundweges soll nun auch der Burghügel mit seiner abwechslungsreichen Flora, die vorbeifließende Taurach und der kleine Wasserfall des Stampflbaches erlebbar gemacht werden. Planung: Landschaftsplanung DI Herbert Kammel Architektur: EIDOS Architektur ZT GmbH, Arch DI Clemens Standl Planung Zugbrücke: werkraum Ingenieure, DI Monika Trimmel Ausführung Zugbrücke: Stefan Ritzer´s VD GmbH Weitere Informationen zur Burg Mauterndorf: https://www.salzburg-burgen.at/de/burg-mauterndorf/ausstellungen-museen-geschichte/geschichte/