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Ulrike Lienbacher
Die Bank vor dem Haus (2017)
Gestaltung des Eingangbereichs - Stadt Salzburg

© Foto: Rainer Iglar
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Projekt

Am Vorplatz zum Haus der Volkskulturen ist eine zweiteilige Installation, bestehend aus einer Hausbank und Neonschriften, situiert.

Die Bank ist in alter Tischlertradition aus vielen verschiedenen Holzarten gefertigt. Die heimischen Holzsorten überwiegen - Apfel, Birne, Zwetschke, Kirsche, Eiche, Esche, Akazie -  und werden durch Holz aus anderen Regionen z.B. aus dem Mittelmeerraum, Afrika, Nord- und Lateinamerika mit Olive, Wenge, Amazaque, amerikanische Nuss, Palisander ergänzt. Die traditionellen Holzverbindungen sind deutlich sichtbar ausgeführt, wirken in ihrer Form wie Ornamente, sind aber technisch funktional, sie verzahnen die vielen unterschiedlichen Einzelteile und bilden aus der Vielfalt ein Ganzes.

Die Wand des Eingangsbereichs fungiert als weißes Blatt für die Neonschrift, die wie ein Inhaltsverzeichnis das Innenleben des Hauses nach außen trägt. So wie das Bankobjekt die alte Form der Hausbank zitiert, erweist die Neonschrift der Moderne ihre Referenz. Sie konterkariert und ergänzt gleichermaßen die bäuerliche Tradition der Hausbank mit einer urbanen Formensprache und deutet in ihrer Ausführung als Handschrift eine der Aufgaben des Ortes an: das Aufschreiben als Erinnerungsform, das Archivieren, das Bewahren und Weitergeben von Wissen.

Die Hausbank und die Schriftgestaltung sind Skulptur und zeichnerische Linie aber auch im besten Sinn funktionale Objekte. Die Bank vorm Haus ist wahrscheinlich so alt wie das Haus als architektonische Idee - sie steht als realer wie symbolischer Ort der Zusammenkunft für Gemeinschaft, Gastlichkeit, Muße, Austausch und Kommunikation.

Technik

Holzbank: regionale und tropische Holzarten, Schwalbenschwanzverbindungen, 615 x 60 x 170 cm
Neonleuchtschrift: mehrfarbig, in unterschiedlicher handschriftlicher Ausführung

Künstler_in

Ulrike Lienbacher

Vergabe

Offener Wettbewerb, 2016
2014 wurde vom Fonds zur Förderung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum ein 2-stufiger offener Wettbewerb für die Erlangung von Entwürfen für eine künstlerische Gestaltung des Entrees des geplanten Hauses der Volkskulturen durchgeführt. In der 1. Stufe reichten 57 Künstlerinnen und Künstler Entwürfe ein, aus diesen wurden 6 Künstlerinnen und Künstler ausgewählt und eingeladen ihre Entwürfe zu konkretisieren und in einer zweite Stufe noch einmal vor zu legen. Eine 9-köpfige Jury wählte das Projekt der Salzburger Künstlerin Ulrike Lienbacher aus.

Standort

Zugallistraße 12
5020 Salzburg

Architektur

Mit dem Haus der Volkskulturen bekam das Referat der Salzburger Landesregierung für Volkskultur, kulturelles Erbe und Museen sowie das Forum Salzburger Volkskultur eine neue Heimat. Auf Grundlage des Entwurfs von maxRIEDER, der als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor ging, wurde der Neubau 2016/2017 im Bereich des Petersbrunnhofs errichtet. Das Gebäude wurde 2017 mit dem GVTB Betonpreis ausgezeichnet.