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Eva Schlegel
ohne Titel (Fassadengestaltung des Museums der Moderne) (2008)
Wandgestaltung im Außenbereich - Stadt Salzburg

© Foto: Land Salzburg/Otto Wieser
© Foto: Land Salzburg/Otto Wieser

Projekt

Eva Schlegel gestaltete 2008 die Fassade des Zugangs zum Aufzug auf den Mönchsberg zum Museum der Moderne mit graphischen Lichtelementen.

Die Fassadengestaltung besteht aus zwei den Eingangsbogen flankierenden, überdimensionierten "Buchseiten", die von hinten beleuchtet sind, um sowohl Sichtbarkeit als auch Signalwirkung bei Nacht zu gewährleisten. Die Fassade scheint an das Haus gelehnt. Die Türen aus Lochblech schieben sich während des Betriebes in den Innenraum.

Die körperartig verglaste Fassade soll in den Stadtraum eindringen und wie eine Visitenkarte des Museums in der Stadt funktionieren. Die Glasfassade ist auf zwei Ebenen mit unscharfen Texten versehen. Sie ist in mehrere Textblöcke mit unterschiedlichen Inhalten und Typographien gegliedert, die ineinander geschoben sind. Gedichte, wissenschaftliche Beschreibungen, architekturkritische Texte und ein Interview sind ineinander montiert. Dabei ist es möglich die unterschiedlichen Strukturen und Typographien wahrzunehmen. Die Texte sind unscharf in schwarz von hinten auf zart blaugraues Glas gedruckt. Das Textbild selbst bildet eine Art Membran, die sich scheinbar zwischen Erscheinen und Verschwinden bewegt. "Was mich an der Arbeit interessierte ist die Frage nach der Wahrnehmung", sagt Eva Schlegel über diese Arbeit. "Warum erkenne ich Text immer als Text, selbst wenn er vom primären Informationsgehalt befreit ist?"

Die unscharfen Texte konkurrieren nicht mit der Beschriftung "Museum der Moderne", die im Schriftzug des Museums in rotem Neon hinter einer Metallplatte in der Mitte zwischen den beiden übergroßen Elementen - wie Buchseiten - ausgeschnitten ist. Dadurch bleiben sie in der Wahrnehmung auch von weit erkennbar und die Fassade funktioniert wie ein Billboard, das etwas ankündigt, dessen direkter Inhalt sich aber entzieht. Außerdem funktionieren diese Texte wie ein Filter (unscharfes Wissen) zwischen der alltäglichen Realität der Stadt und dem erweiterten Raum des Museums.

Erfahren Sie mehr: Komm-hör-Kunst

Technik

Zwei Glaselemente, Stahl 800 x 300 cm, 60 cm stark
Türen aus Lochblech
Die Texte sind in zwei Ebenen auf das Glas gedruckt
Verbundsicherheitsglas

Künstler_in

Eva Schlegel

Vergabe

Geladener Wettbewerb
Geladener Wettbewerb nach offenem Ideenwettbewerb im Jahr 2000

Standort

Griesgasse 13
5020 Salzburg

Architektur

Das Museum der Moderne wurde in den Jahren 2002 bis 2004 nach den Plänen der Architekten Friedrich / Hoff / Zwink neu errichtet. Von der Stadt aus erreicht man das Museum über einen Aufzug in der Gstättengasse 13. Das Portal zum Aufzug wurde im Zuge des Neubaus von Eva Schlegel gestaltet.