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Stolpersteinverlegung und Abschluss Orte des Gedenkens Saalfelden

Zellerstraße 8, Bahnhofstrasse 5, Lofererstraße 2 und 9, Farmachstraße 12, Museum Schloss Ritzen

11.05.2026 15:00 Uhr

Rosa Andraschek, Simon Nagy (2025)
Bahnhofstraße, 5760 Saalfelden am Steinernen Meer

Standort:
Bahnhofstraße 67
5760 Saalfelden am Steinernen Meer

Orte des Gedenkens thematisiert den Widerstand der Eisenbahner in Saalfelden

Der vierte Erinnerungsort im Rahmen des Projekts Orte des Gedenkens entstand in Saalfelden. Im Mittelpunkt stehen der Lokführer und Sozialdemokrat Karl Reinthaler (1913–2000) und der Widerstand der Eisenbahner. Der Wagenmeister und Lokführer wurde 1942 von der Gestapo verhaftet, nachdem ihn die Wirtin des Bahnhofsrestaurants denunziert hatte. Ausschlaggebend war seine Spende an die „Rote Hilfe“, mit der er eine Kioskbetreiberin unterstützte, deren Söhne verhaftet worden waren.

Unter dem Titel „Der kürzeste Weg“ installierten die Künstler*innen Rosa Andraschek und Simon Nagy fünf Audiostationen entlang des Fußweges vom Bahnhof bis zum Wohnhaus Karl Reinthaler. Jener Weg, den Karl Reinthaler am Tag seiner Verhaftung mit zwei Gestapowachen gegangen ist. Bei vier Stationen sind Auszüge aus aufgezeichneten Gesprächen mit Karl Reinthaler zu hören, bei der Station im Stadtpark erklingt beim Vorbeigehen ein Musikstück von Lukas Kranzelbinder und Sun Mi-Hong.

Stolpersteinverlegung und feierlicher Abschluss des Projektes
Montag, 11. Mai 2026

15:00 Uhr Stolpersteinverlegung, Zellerstraße 8, Bahnhofstrasse 5, Lofererstraße 2 und 9, Farmachstraße 12
18:00 Uhr Museum Schloss Ritzen, Museumsplatz 1, 5760 Saalfelden
Im Anschluss gemeinsamer Ausklang im Museum mit Bürgermeister Erich Rohrmoser, den Künstler*innen Rosa Andraschek und Simon Nagy und allen Projektbeteiligten.

Das Projekt Orte des Gedenkens

Zur Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus realisiert das Land Salzburg in jedem politischen Bezirk über sechs Jahre hinweg einen temporären Gedenkort. Das Konzept der Arbeitsgemeinschaft Orte des Gedenkens basiert auf drei Säulen: historischer Aufarbeitung, künstlerischer Intervention und Vermittlungsarbeit. Zum Bildungsprogramm gehören öffentliche Veranstaltungen sowie Workshops an Schulen, Bildungsstätten und mit NGOs oder Kulturinitiativen – in Kooperation mit ERINNERN.AT. Im Zentrum stehen dabei Biografien, die Einblicke in autoritäre Systeme, Widerstand und Zivilcourage geben und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

Geleitet wird das Projekt von der Kunsthistorikerin Hildegard Fraueneder und den Historikern Albert Lichtblau und Robert Obermair. Die Kunstprojekte entstehen in Zusammenarbeit mit dem „Fonds zur Förderung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum“ des Landes Salzburg. Kooperationspartner vor Ort: Museum Schloss Ritzen, Bildungszentrum, Kunsthaus Nexus und Stadtgemeinde Saalfelden.


Künstler_in

Die in Wien lebende Künstlerin Rosa Andraschek widmet sich in vielen ihrer Arbeiten übersehenen und verborgenen Aspekten der österreichischen Vergangenheit. Sie hat in den vergangenen Jahren mehrere Gedenkprojekte realisiert, u.a. an das Zwangsarbeiterlager in Roggendorf/Pulkau. Weitere längerfristige Projekte beschäftigen sich mit dem ehemaligen KZ-Außenlager in Hirtenberg und mit den zahlreichen Kriegerdenkmälern in Österreich. Zurzeit arbeitet sie zusammen mit Simon Nagy an einer neuen Weggestaltung des Kriegerdenkmals in Garsten/OÖ.

Simon Nagy arbeitet in unterschiedlichen Kollektiven in der Kunst-, Text- und kritischen Wissensproduktion in Wien. Er ist Vorstandsmitglied von Büro trafo.K, dessen Schwerpunkte u. a. auf der Vermittlung von Zeitgeschichte und NS-Kontinuitäten mittels künstlerischer Strategien liegen. Darüber hinaus ist er Teil der Künstler:innengruppe Schandwache, die sich gegen antisemitische Kontinuitäten und für eine Weggestaltung des Karl-Lueger-Denkmals einsetzt. Sein Buch „Zeit abschaffen“ erschien 2024 im Unrast Verlag.


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