Projekte


QUASI MILARIUM MMXXVI (2026)

künstlerische Arbeit in ÜbernTauern

Standort

Tweng, Obertauern, Schaidbergweg oberhalb des Jugendgästehauses, Route Obertauern

Standort:
Obertauern 107
5562 Tweng


Architektur

An der Route Obertauern - Versorgung der Alpenüberquerung, Ausgangspunkt Schaulager Obertauern

Künstler_in

Anna Paul

* 1987 in Kärnten, lebt und arbeitet in Wien. Studium der Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien https://www.annapaul.at/

Die Restaurierung und geschützte Wideraufstellung von14 römischen Meilensteine am Radstädter Tauern, waren Anlass, die Geschichte der Alpenüberquerung von der Antike bis heute genauer zu betrachten, ihren Spuren nachzugehen und ihre Bedeutung im Kontext der heutigen Zeit zu thematisieren. Daraus entstand das Projekt ÜbernTauern

In neu errichteten Schaulagern in Tweng und Obertauern werden die historischen Meilensteine gesammelt präsentiert und Geschichte(n) zur Tauernüberquerung erzählt. Diese beiden Minimuseen und eine Tafel in Untertauern sind Ausgangspunkt von kleinen Wanderrouten, die, soweit möglich, den erhaltenen Resten der historischen, römischen bis frühneuzeitlichen Straßentrassen folgen.

Eingebettet in eine wunderschöne Natur führen diese Wege zu Stationen aus unterschiedlichen historischen Zeitabschnitten und öffnen „Sichtfenster“ in die Vergangenheit. Drei künstlerische Positionen ergänzen den Blick aus der Gegenwart und eröffnen neue Perspektiven.

Im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs mit sechs Teilnehmenden wurde Anna Paul, neben Cäcilia Brown und Jan Hostettler ausgewählt ihr Konzept „QUASI MILARIUM MMXXVI“ zu realisieren.

Die künstlerische Arbeit QUASI MILIARIUM von Anna Paul besteht aus einem Steinblock aus dem historischen römischen Steinbruch am Schaidberg und bezieht sich auf die Geschichte des römischen sowie des modernen Straßenbaus. Die Arbeit verbindet diese zeitlich weit  auseinander liegenden Bauvorgänge, die beide in das Objekt eingeschrieben sind. Der Block befand sich vor dem Bau der modernen Straße als Deckschicht am römischen Steinbruch über der heutigen Tauernstraße. Er wurde für die Verbreiterung dieser modernen Straße herausgesprengt. Ein Bohrloch ist Zeugnis von diesem Vorgang. Die Sitzfläche wurde poliert und mit lateinischen Inschrift und Jahreszahl versehen, die bewusst für Verwirrung stiftet. 

Am Aufstellungsort wird der Block zur nutzbaren Steinbank mit Ausblick auf die historische Römerstraße und ihre modernen Nachfolgerin. Die Römer haben sich durch ihre Bauaktivitäten in die Landschaften, die sie zu ihrem Reich zählten, eingeschrieben – unter anderem durch Meilensteine, die bei Machtwechseln ersetzt, jahrhundertelang liegengelassen oder als Baumaterial wiederverwendet wurden. Es wird angenommen, dass etwa in der verfallenen Taurachmühle Gesimse aus ehemaligen Meilensteinen bestehen. Auf QUASI MILIARIUM sitzend, wird dieser beiläufige und pragmatische Umgang mit Geschichte und Material Teil des gegenwärtigen Ausblicks.

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Technik

  • Schaidberger Marmor, geschnitten, poliert, mit Gravur

Vergabe

Geladener Wettbewerb