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Cäcilia Brown, Theo Deutinger, Jan Hostettler, Anna Paul


ÜbernTauern (2026)

Kunst und Meilensteine am Radstädter Tauern

Standort

Ausgehend von Schaulagern in Tweng und Obertauern und dem Gemeindeamt Untertauern werden drei Wanderrouten angeboten, die zu den Kunstwerken und zu andren historischen und neuzeitlichen Artefakte führen.

Standort:
Tauernstraße 52b
5563 Tweng


Architektur

Schaulager werden als Minimuseen vor dem Gemeindeamt Tweng und vor der neuen Tiefgarage in Obertauern errichtet. Architekt und Kurator Theo Deutinger hat dazu ein ebenso klares wie flexibles Ausstellungsdisplay entwickelt.
Vor dem Gemeindeamt in Tewng, direkt neben der Tauernstraße, steht ein markantes Gebäude, das tagsüber seine großen Tore öffnet und Einblicke in die Geschichte(n) anbietet. Im gleichen Design findet sich in Obertauern ein dauerhaft offenes und geschütztes Schaulager.
Gezeigt werden die historischen Meilensteine, ergänzende Informationen und Routenvorschläge, um die historischen und neuzeitlichen Spuren in der Landschaft zu besuchen. Übersichtlich gestaltetet Faltpläne liegen zu Mitnahme auf und über QR-Codes kann das Angebot auch digital genutzt werden.
Mit dem öffentlichen Postbus (Linie 280) oder dem Lungau Shuttle sind alle drei Standorte bequem erreichen.

Künstler_in

Cäcilia Brown

*1983 in Sens- Frankreich, lebt und arbeitet sie in Wien und Schwarzensee, Niederösterreich. Studium der performative Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Linz und der Universität für angewandte Kunst, Wien. Co-Leitung des Steinbildhauerinnen Symposiums an der internationalen Sommerakademie Salzburg. Die Künstlerin hält gerne Vorträge und arbeitete viel mit Kindern, Ausstellungs- und Arbeitsaufenthalte in Istanbul, Berlin, Paris, Tokio, Bejing und Taiwan, gefördert vom Land Salzburg und dem BMKKÖ

Theo Deutinger

*1971 in Flachau, Salzburg, lebt und arbeitet in Österreich. Theo Deutinger arbeitet in den Bereichen Raumwissenschaft, Stadtplanung, Architektur und Kuratierung. Er ist Gründer und Leiter von The Department (TD), einer Praxis, die visuelle Analytik mit Design und Forschung verbindet. Deutinger ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Kunst- und Architektur-Biennale minus20degree. Publikationen 'Handbook of Tyranny', 'ultimativen Atlas' und 'Joy and Fear'. Ausstellungen unter anderem im Stedelijk Museum in Amsterdam (Niederlande, 2017), Storefront for Architecture in New York (USA, 2019) und im Swiss Architecture Museum in Basel (Schweiz 2020) gezeigt. Lehrtätigkeit der der TU-Wien,

Jan Hostettler

Geboren 1988 in Rüttenen SO, aufgewachsen bei Solothurn. lebt und arbeitet in Basel, Studium der Bildenden Kunst in Basel. https://www.janhostettler.ch/

Anna Paul

* 1987 in Kärnten, lebt und arbeitet in Wien. Studium der Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien https://www.annapaul.at/

Mit dem Projekt ÜbernTauern wird die Überquerung der Alpen, der Weg über den Radstädter Tauern zum Thema. Die Route über den Radstädter Tauern und den Katschberg stellt die kürzeste Verbindung zwischen dem Voralpenland und der oberen Adria dar. Der römische Ausbau dieser schon in prähistorischer Zeit genutzten Route zu einer der Haupt-Reichsstraßen erfolgte unter dem römischen Kaiser Claudius, der von 41 bis 54 n. Chr. regierte. Diese Verkehrsachse blieb bis zur Errichtung der Tauernbahn, Fertigstellung 1909, und der Errichtung der Tauernautobahn 1958 -1980 die wichtigste Nord-Süd-Verbindung.
Entlang der historischen Römerstraße über den Radstädter Tauern, die noch heute in Teilstrecken in der Natur erkennbar ist, sind 14 römische Meilensteine und andere Artefakte aus unterschiedlichen historischen Zeitabschnitten als „Sichtfenster“ in die Vergangenheit zugänglich gemacht. Mit diesen Zeitzeugen, gemeinsam mit modernen Straßenbauelementen, Naturdenkmälern und sieben neu geschaffenen künstlerischen Interventionen wird die Geschichte der Alpenüberquerung näher gebracht und neue Perspektiven in die Vergangenheit, auf die Gegenwart und in die Zukunft eröffnet.

Römische Meilensteine

Entlang der Katschbergstraße wurden im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts 14 römische Meilensteine gefunden, rund 1,70 Meter hohe Säulen aus Marmor. Sie markierten entlang der Straßen die Wegdistanzen in römischen Meilen (1 Meile = 1,487 km), gemessen jeweils ausgehend von den Städten, von denen man aufbrach. Diese Meilensteine dienten nicht nur der Orientierung, sondern waren auch wesentliche Elemente der staatlichen Selbstdarstellung.
Die Meilensteine wurden im Umfeld ihrer Auffindungssorte entlang der modernen Straßentrasse aufgestellt, wobei heute keiner mehr an seinem ursprünglichen antiken Standort steht. Sieben der Meilensteine stehen unter Denkmalschutz. 2021 wurde eine Zustandserhebung durchgeführt, und die Steine anschließend grundlegend saniert. Ihr Zustand hat sich derartig verschlechtert, dass auch nach Ansicht des Bundesdenkmalamtes eine ungeschützte Wiederaufstellung im Freien mittelfristig zum Verlust dieser Denkmale führen würde.

Die historischen Meilensteine wurden fachkundig restauriert und werden nun in Schaulagern wettergeschützt präsentiert. Die Grenze zwischen Untertauern im Pongau und Tweng im Lungau stellte bereits in der Antike die Grenze zwischen den Römerstädten Iuvavum (Salzburg) bzw. Teurnia (St. Peter im Holz, Kärnten) dar. Entsprechend der historischen Fundstellen werden die Meilensteine in den ursprünglichen Bezirken aufgestellt – 4 Steine im Zentrum der Gemeinde Tweng, 6 Steine in Obertauern, im Gemeindegebiet Tweng, im Lungau und 4 Steine sollen künftig auch in Untertauern gezeigt werden.

Künstlerische Arbeiten

Sechs Kunstschaffende wurden im Rahmen eines Wettbewerbs eingeladen, der Geschichte und den Herausforderung der Tauernüberquerung mit zeitgenössischen künstlerischen Mitteln nachzugehen. Gesucht wurden Entwürfe die einen Bezug zum Thema der Alpenüberquerung aufbauen, sich auf die Historie beziehen, auf die Gegenwart oder auch die Zukunft der Alpenüberquerung.
Die  Künstlerin Cäcilia Brown, der Künstler Jan Hostettler und die Künstlerin Anna Paul wurden von der Jury ausgewählt und vom Fonds mit der Umsetzung ihrer Konzepte beauftragt:

Quasi Miliarium MMXXVI – von Anna Paul

Details zum Projekt

weilen – von Jan Hostettler

Details zum Projekt

Schlammiger Drache – von Cäcilia Brown

Details zum Projekt

Wanderrouten

Von den Schaulagern gehen Wanderrouten zur historischen Tauernüberquerung aus. Die Routen folgen, soweit möglich, erhaltenen Resten der historischen, römischen bis frühneuzeitlichen Straßentrassen über den Radstädter Tauern. Da die historische Wegführung in einigen Bereichen mit der modernen B 99 Katschberg Landesstraße deckungsgleich ist, kann der historische Weg nicht durchgehend abgegangen werden. Stattdessen wurden entlang der historischen Trasse drei Routen zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen entwickelt. Die Routen mit den dazugehörigen Audiowalks können in beliebiger Reihenfolge unabhängig voneinander abgegangen werden. Verbindungen zwischen den einzelnen Routen bietet die Regionalbuslinie 280. Zwischen Johannesfall und Obertauern ist auch ein Ausweichen auf Wanderweg 08 oder 12 möglich. Für die Strecke von Schaidberg bis Tweng wird ein Ausweichen auf die Regionalbuslinie 280 empfohlen.

Route Untertauern – Technik der Alpenüberquerung

Ausgangspunkt der “Route Untertauern – Technik” welche die technischen Schwierigkeiten und technischen Lösungen der Alpenüberquerung beschreibt. Die Route führt vom Schaulager in Untertauern über die Gnadenalm zum Johannesfall. Die Route wird begleitet von einem Audio-Walk in drei Teilen zum Thema.

Details zur Route – Untertauern

Route Obertauern – Versorgung der Alpenüberquerung

Ausgangspunkt der “Route Obertauern – Versorgung” die von den Herausvorderungen der Übernachtung und Verpflegung von Reisenden und der Beschaffung von Rohstoffen erzählt. Die Route führt vom Schaulager in Obertauern zum Tauernfriedhof und nach Schaidberg. Die Route wird begleitet von einem Audio-Walk in drei Teilen zum Thema.

Details zur Route – Obertauern

Route Tweng – Risiko der Alpenüberquerung

Ausgangspunkt der “Route Tweng – Risiko” die von den Risiken der Überquerung von Gebirge erzählt. Die Route führt vom Schaulager in Tweng zum Feuerwehrhaus und weiter zum Tennfall. Die Route wird begleitet von einem Audio-Walk in drei Teilen zum Thema.

Details zur Route – Tweng


Vergabe

Geladener Wettbewerb