Jan Hostettler
weilen (2026)
Künstlerische Arbeiten in ÜnernTauernStandort
Gemeinde Tweng, 1 - -Radweg entlang der Taurach, südlich des Gemeindeamtes; 2 Lanschfeld, nahe dem Parkplatz, Langlaufloipe; 3 neben Wanderweg zum Tennfall Standort:
Tweng
Architektur
An der Route Tweng - Risiko der Alpenüberquerung, Ausgangspunkt Schaulager bei Gemeindeamt TwengKünstler_in
Jan Hostettler
Die Restaurierung und geschützte Wideraufstellung von14 römischen Meilensteine am Radstädter Tauern, waren Anlass, die Geschichte der Alpenüberquerung von der Antike bis heute genauer zu betrachten, ihren Spuren nachzugehen und ihre Bedeutung im Kontext der heutigen Zeit zu thematisieren. Daraus entstand das Projekt ÜbernTauern
In neu errichteten Schaulagern in Tweng und Obertauern werden die historischen Meilensteine gesammelt präsentiert und Geschichte(n) zur Tauernüberquerung erzählt. Diese beiden Minimuseen und eine Tafel in Untertauern sind Ausgangspunkt von kleinen Wanderrouten, die, soweit möglich, den erhaltenen Resten der historischen, römischen bis frühneuzeitlichen Straßentrassen folgen.
Eingebettet in eine wunderschöne Natur führen diese Wege zu Stationen aus unterschiedlichen historischen Zeitabschnitten und öffnen „Sichtfenster“ in die Vergangenheit. Drei künstlerische Positionen ergänzen den Blick aus der Gegenwart und eröffnen neue Perspektiven.
Im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs mit sechs Teilnehmenden wurde Jan Hostettler, neben Cäcilia Brown und Anna Paul ausgewählt sein Konzept „weilen“ zu realisieren.
Entlang der Trasse der Römerstraße sind an drei Orten liegende Steinsäulen positioniert, die auch gerne als Bänke zum Verweilen verwendet werden können. Es handelt sich um massive Bohrkerne vom historischen Steinbruch Schaidberg, dem Ort, an dem im ersten bis vierten Jahrhundert Steine zur Herstellung der römischen
Meilensteine gebrochen wurden. Die Bohrungen wurden im Bereich des historischen Steinbruchs, neben der Tauernstraße B 99 durchgeführt, die Bohrlöcher wieder aufgefüllt, Spuren davon bleiben sichtbar.
Somit schlägt die Arbeit einen geschichtlichen Bogen in die Jetztzeit: Noch heute werden römischen Straßen befahren, römische Wörter verwendet (Servus) und Häuser gebaut, die sich auf römische Bauformen beziehen.
In den Bohrkernen wird eine Geschichte sichtbar, die vom Gebrauch der Landschaft und von Ressourcen spricht. Sie eröffnen einen Resonanzraum, um eine
Haltung der Zeit gegenüber der Natur und ihren Ressourcen zu reflektieren. Durch ihre zeitliche Dimension – von der Entstehung der Alpen über den römischen
Straßenbau, bis in eine fossil überhitzte Zukunft – schaffen die Bohrkerne Orte des Innehaltens und Nachdenkens.
mehr Information zum Projekt ÜbernTauern
Technik
- Bohrkerne aus Schaidberger Marmor, Durchmesser 45 cm, Länge bis zu 2,00 m