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Maria Hahnenkamp
ohne Titel, Wandgestaltung, Perinatalzentrum LKH Salzburg (2010)
Wandgestaltung - Stadt Salzburg

Erdgeschoss
Erdgeschoss  © Foto: Rolf Sturm
Erdgeschoss
Erdgeschoss  © Foto: Rolf Sturm
Obergeschoss.1
Obergeschoss.1  © Foto: Rolf Sturm
Erdgeschoss
Erdgeschoss  © Foto: Rolf Sturm
Obergeschoss. 2
Obergeschoss. 2  © Foto: Rolf Sturm
Obergeschoss. 2
Obergeschoss. 2  © Foto: Rolf Sturm
Obergeschoss 1
Obergeschoss 1  © Foto: Rolf Sturm
Obergeschoss 2
Obergeschoss 2  © Foto: Rolf Sturm

Projekt

Im Erdgeschoss der gynäkologischen Ambulanz, sowie in den Aufenthaltsbereichen von zwei Obergeschossen des Perinatalzentrums, entwickelten Maria Hahnenkamp und Ingeborg Kumpfmüller drei großflächige Wandgestaltungen.

Maria Hahnenkamp möchte mit ihrer Arbeit den individuellen Erfahrungen von Patient*nnen, Besucher*nnen und medizinischem Personal einen sinnlichen wie begrifflichen Resonanzboden bieten. Auf drei Geschossen sind an jeweils einer Wand stark vergrößerte Ornamentlineaturen angebracht, die sich über eine Länge von etwa zwölf Metern erstrecken. Sie wurden mittels Folienschablonen auf die Wandflächen aufgemalt und über die Türstöcke, Türen, Armaturen und Schalter mittels Klebefolien weitergeführt, das alle Ebenen miteinander verbindet. Durch das Zusammenspiel von Ornament und Text wird das Verhältnis von Oberfläche und Tiefe, Dekoration und Inhaltlichkeit ausgelotet.

Die Ornamente sind historischen Musterbüchern (1860) entnommen, die zur Tradierung von z.B. Freskenmalereien in Kirchenräumen dienten. Hahnenkamp abstrahiert und digitialisiert sie und stellt eine Verbindunglinie zur Gegenwart her.

Sie integriert Textzitate von feministischen und psychoanalytischen Autorinnen und nimmt Bezug auf die jeweiligen Funktionen der Stockwerke.

„Wie die Muster eines Stoffes werden die frühkindlichen Erfahrungen aufgenommen und bleiben im Unbewussten lebendig, als Erfahrungen im Gefühl.“ (Gertraud Diem-Wille). Im Ornament, das Natur und Wachstum symbolisiert, sowie in den psychoanalytischen Texten zu Weiblichkeit und frühkindlicher Entwicklung, ermöglicht sie einen sinnlichen wie begrifflichen Resonanzraum.
Inmitten des Perinatalzentrums schafft Maria Hahnenkamp einen „Ort“, der sich der bestehenden Struktur und den alltäglichen Abläufen einfügt. Anstatt persönliches Erleben vorwegzunehmen oder zu verbildlichen, ermöglicht Hahnenkamps Arbeit über dieses Erleben im Bezug auf das Verhältnis von Natur und Kultur, von Individualität und Norm, von Tradition und Veränderung nachzudenken.

Unter Verwendung von Textzitaten von Manuela Ammer. 

Text Maria Hahnenkamp von Manuela Ammer in Lang- bzw. Originalfassung: 

Text lang

Erfahren Sie mehr: Komm-hör-Kunst

Technik

Ornamentlineatur: Wandfarbe, Klebefolie auf Türstöcken und Armaturen
Textzitate in der Ornamentlineatur stammen von den Psychoanalytikerinnen Gertraud Diem-Wille und Luce Irigaray.

Künstler_in

Vergabe

Geladener Wettbewerb

Downloads und Links

Standort

Müllner Hauptstr. 48
5020 Salzburg

Architektur

2004 wurde ein Architekturwettbewerb für die Neuerrichtung des Perinatalzentrums ausgeschrieben. Diesen konnte der Architekt Wolfgang Schwarzenbacher für sich entscheiden. Der Neubau umfasst Ambulanzen für Pränatalmedizin, Geburtshilfe und Neonatologie, Vortrags- und Fortbildungsräume, ein öffentliches Café, eine Bettenstation der Frauenklinik (22 Betten), eine neonatologische Intensivstation sowie Diensträume und eine Bibliothek.